Samstag, 15. März 2014

Transformation der Städte

Der Tagesspiegel berichtete in dieser Woche von einem "Experiment" des Bezirks Pankow zur Finanzierung neuer Spielplatzgeräte für zwei Spielplätzen: die Anwohner wurden um Spenden für hochwertigere Spielgeräte gebeten, und zwar in zwei unterschiedlichen Kiezen. Während im südlichen Prenzlauer Berg in kurzer Zeit mehr als ausreichend Geld zusammen kam, führte der Aufruf weiter nördlich nur zu eher kümmerlichen Beträgen. Nun ist die Spendenbereitschaft bzw. das bürgerschaftliche Engagement in Deutschland bekanntlich immer schon weniger ausgeprägt als z.B. in den USA. Die Bundebürger sind  - auch zurecht - der Meinung, das der Staat für viele Leistungen verantwortlich ist und aus dieser Verantwortung auch nicht durch Spenden entlassen werden sollte. Die Diskussionen um die sogenannten "Tafeln" sind ein gutes Beispiel für diese Ambivalenz.

Andererseíts zeigt gerade das Berliner Spielplatzbeispiel, dass Initiativen von unten mit dem Willen zur Veränderung viel erreichen können und auch erhebliche Mittel mobilisieren. Die Anwohner im Prenzlauer Berg hatten das Bedürfnis, ihre Wohnumgebung zu verbessern und dafür auch eigene Mittel zu mobilisieren. Für die Transformationsprozesse unserer Städte, für den Energieumbau und überhaupt für komplexe Innovationsprozesse mit einem hohen partizipativen Anteil sind das wichtige Erfahrungswerte. Im Bereich der erneuerbaren Energien macht man sich schon länger Gedanken, wie man die Menschen vor Ort mitnehmen kann, wie die hohen lokalen Kosten (auch indirekter Art durch zusätzliche Belastungen durch Lärm oder Verbauung) kompensiert werden können. Ein relativ neuer Versuch sind dabei Beteiligungsmodelle, wie z.B.
die Bürgerbeteiligung beim Stromtrassenbau.

Ein weiterer neuer Ansatz liegt in der Nutzung der neuen Median, z.B. durch Crowdfunding für Stadtentwicklung. Gerade kreative Milieus nutzen Crowdfunding ja schon heute, in der Kutlurszene, aber auch für Nachhaltigkeitsprojekte. Der Nutzen liegt nicht nur in der Mobilisierung neuer finanzieller Mittel, er zeigt sich meiner meinung gerade durch die Initiative von Unten und die neuen Ideen, die damit einfließen und erstmals Verwirklichungschancen bekommen. Und Corwdprozesse sind im besten Falle hoch mobilisierend, sie nehmen die Menschen mit und geben ihnen eine Perspektive, real mitzugestalten. Komplexe Innovationsprozesse werden in Zukunft noch viel mehr auch solche Ansätze setzen müssen. Sobald allerdings Technik im Spiele ist, müssen auch die Barrieren bedacht werden, die mit saolchen technologien aifgebaut werden. Das kann und will nicht jeder. Die Pankower Stadtverwaltung arbeitete bei ihrem "Experiment2 übrigens ganz altmodisch mit Zetteln, die aufgehängt wurden...

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